Bisherige Untersuchungen

Von den Wäldern im heutigen Nationalparkgebiet sind nur 4 Flächen systematisch auf die Spinnentierfauna untersucht worden. Dr. Reinhold Loch hat im Rahmen seiner Doktorarbeit und des Projektes "Faunistische Untersuchungen in Bannwäldern" der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) von 1995-1996 je eine Bannwald- und eine Wirtschaftswaldfläche am Hohen Ochsenkopf und am Wilden See mit Bodenfallen besammelt und die Spinnentiere ausgewertet (siehe Literatur: Loch 2002).

Die Spinnen- und Laufkäfer der Grinden wurden von 2002 bis 2004 im Rahmen eines LIFE-Projekts ebenfalls mit Bodenfallen gesammelt und von Josef Kiechle bestimmt und ausgewertet (siehe Literatur: Kiechle 2005). 

Die in diesen beiden Studien nachgewiesenen Spinnenarten wurden als Literaturdaten in der Datenbank des SMNK (Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe) aufgenommen und können so zusammen mit Belegen aus eigenen Aufsammlungen ausgewertet werden.

Mitarbeiter des Naturkundemuseums haben 2010 eine durch einen Motorradunfall verbrannte Grinden-Fläche am Muckenloch untersucht. Dazu wurden 2 verbrannte Teilflächen mit einer benachbarten Bergheiden-Kontrollfläche verglichen um zu sehen wie schnell die Spinnen den Lebensraum nach dieser starken Störung wieder besiedeln. Die selben Flächen wurden 2012 und 2014 nochmals untersucht. Die Ergebnisse sind in eine Diplomarbeit (KIT) und eine Bachelorarbeit (Universität Göttingen) eingegangen. Die Fänge von 2012 wurden außerdem für einen Methodentest zu Fangflüssigkeiten und DNA-Barcoding verwendet (Höfer et al. 2015). 

Seit 2014 unternimmt das Karlsruher Naturkundemuseum regelmäßig Exkursionen im Nationalpark und erfasst Spinnentiere in verschiedenen Lebensräumen. Die Inventarisierung der Spinnentierfauna wird in Kooperation mit den Wissenschaftlern des Nationalparks im Rahmen eines Projekts weiter vorangetrieben. So sind 2015 und 2016 erstmals die einzigartigen Blockhalden untersucht und auch bereits spannende Arten neu nachgewiesen worden.