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Sukzession der Spinnenzönose auf einer verbrannten Grindenfläche im Nordschwarzwald

Diese Untersuchung wurde von 2010 bis 2014 von Dr. Hubert Höfer (SMNK) und Mitarbeiterinnen in einer Grindenfläche am Muckenloch durchgeführt. Im November 2016 wurde dazu eine Bachelorarbeit von Lena Enderle im B.Sc. Studiengang Biologische Diversität und Ökologie der Georg-August-Universität Göttingen erfolgreich abgeschlossen.

Zusammenfassung

Nach einem im Frühjahr 2010 durch einen Motorradunfall ausgelösten Brand auf einer Grindenfläche im Nationalpark Nordschwarzwald wurde die Wiederbesiedlung der Fläche durch Spinnen über mehrere Jahre (2010, 2012, 2014) hinweg untersucht. Dazu wurden Bodenfallen auf drei verschiedenen Teilflächen ausgebracht: auf einer vom Feuer stark betroffenen Bergkieferfläche, auf einer teilweise verbrannten, von Pfeifengras dominierten Zwergheidenfläche und auf einer nicht verbrannten, brach liegenden Rasenbinsen-Bergheide-Fläche als Kontrolle. Dabei interessierte vor allem, in welchem Zeitraum die beiden verbrannten Flächen wiederbesiedelt werden und inwieweit sich die Spinnenzönosen voneinander und von der Kontrollfläche unterschieden. Außerdem wurde die Entwicklung der Artenzusammensetzung während der vier Jahre betrachtet.

Die Ergebnisse zeigen, dass beide Brandflächen bereits innerhalb einer Vegetationsperiode von einer artenreichen Spinnenzönose besiedelt werden. Dies wurde dadurch erleichtert, dass die verbrannte Fläche relativ klein und von strukturreichen Grindenflächen umgeben war. Dieser Strukturreichtum sorgt für eine hohe Artenzahl der Spinnen auf der Grinde. Innerhalb der vier untersuchten Jahre findet eine Annäherung der verbrannten Flächen an die Kontrollfläche statt, welche bei der teilweise verbrannten Pfeifengrasfläche schneller ablief als bei der stärker betroffenen Bergkieferfläche. Aber auch die Kontrollfläche zeigt Veränderungen in der Spinnenzönose mit den Jahren, was darauf schließen lässt, dass die Grinden durch zunehmende Verbuschung und darauffolgende Pflegemaßnahmen sehr dynamische Flächen sind. Es wurden keine langfristigen negativen Folgen des Brandes auf die Spinnenzönose erkennbar.