Sukzession der Spinnenzönose auf einer verbrannten Grindenfläche im Nordschwarzwald

Bachelorarbeit im Studiengang B. Sc. Biologische Diversität und Ökologie
der Georg-August-Universität Göttingen,
angefertigt am Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe,
vorgelegt von Lena Enderle, betreut von Dr. Hubert Höfer (SMNK) im November 2016.

Zusammenfassung

Nach einem durch einen Motorradunfall ausgelösten Brand auf einer Grindenfläche im Nationalpark Nordschwarzwald wurde die Wiederbesiedlung der Fläche durch Spinnen über mehrere Jahre hinweg untersucht. Dazu wurden Bodenfallen auf drei verschiedenen Teilflächen in drei Jahren ausgebracht: auf einer vom Feuer stark betroffenen Bergkieferfläche, auf einer teilweise verbrannten von Pfeifengras dominierten Zwergheidenfläche und auf einer nicht verbrannten brach liegenden Rasenbinsen-Bergheide-Fläche als Kontrolle. Dabei interessierte vor allem, in welchem Zeitraum die beiden verbrannten Flächen wiederbesiedelt werden und inwieweit sich die Spinnenzönosen voneinander und von der Kontrollfläche unterschieden. Außerdem wurde die Entwicklung der Artenzusammensetzung während der vier Jahre betrachtet.

Die Ergebnisse zeigen, dass beide Brandflächen bereits innerhalb einer Vegetationsperiode von einer artenreichen Spinnenzönose besiedelt werden. Dies wurde dadurch erleichtert, dass die verbrannte Fläche relativ klein und von strukturreichen Grindenflächen umgeben war. Dieser Strukturreichtum sorgt für eine hohe Artenzahl der Spinnen auf der Grinde. Innerhalb der vier untersuchten Jahre findet eine Annäherung der verbrannten Flächen an die Kontrollfläche statt, welche bei der teilweise verbrannten Pfeifengrasfläche schneller abläuft als bei der stärker betroffenen Bergkieferfläche. Aber auch die Kontrollfläche zeigt Veränderungen in der Spinnenzönose mit den Jahren, was darauf schließen lässt, dass die Grinden durch zunehmende Verbuschung und darauffolgende Pflegemaßnahmen sehr dynamische Flächen sind. Es sind keine langfristigen negativen Folgen des Brandes auf die Spinnenzönose erkennbar.

verbrannte Fläche (April 2010)
verbrannte Fläche im April 2010
verbrannte Latschen (Juni 2010)
verbrannte Latschen (2010)
Pfeifengrasfläche (April 2010)
Verbrannte Pfeifengrasfläche im April 2010
verbrannte Fläche (Juni 2010)
im Hintergrund verbrannte Latschen, im Vordergrund die verbrannte Pfeifengrasfläche
Unverbrannte Kontrollfläche
Die Kontrollfläche in der benachbarten Bergheide
Bodenfalle
Bodenfalle in der Pfeifengrasfläche 2010